Kulinarisches Erbe der Schweiz

Online-Inventar
www.kulinarischeserbe.ch

Analog zu den Inventaren des Kulturgüterschutzes will das Inventar des kulinarischen Erbes der Schweiz traditionelle Nahrungsmittel der Schweiz festhalten und schützen.
Über eine Suchmaske kann in dem Online-Inventar nach spezifischen Nahrungsmitteln gesucht werden. Die Produkte werden anhand bestimmter Kriterien ausgewählt und ins Inventar aufgenommen. Erfasst werden über Kantons- und Regionsgrenzen hinaus traditionelle Nahrungsmittel der Schweiz, deren Herstellung, Eigenschaften und Geschichte. Der Fokus liegt bei verarbeiteten Produkten, die seit mindestens einer Generation durchgehend hergestellt werden und auch heute noch verfügbar sind. Unverarbeitete Produkte werden dann aufgenommen, wenn sie eine besondere regionale oder kulturelle Bedeutung haben. Letztlich ist aber vor allem entscheidend, dass sie eine besondere Verbindung zur Schweiz haben – sei es durch ihre Produktionsart, ein spezielles Konsumverhalten, lokale Sorten oder Rassen oder ein identitätsstiftende Wirkung haben.

Ziel des Archivs ist es, traditionellen Schweizer Nahrungsprodukten ein Gesicht zu geben und damit letztendlich auch ihren Absatz zu fördern. Als Träger fungiert ein Verein, in dem sich namhafte Schweizer Organisationen im Bereich von Ernährung und Landwirtschaft zusammengefunden haben: Slow Food Schweiz, AGRIDEA (Schweizerische Vereinigung für die Entwicklung der Landwirtschaft und des ländlichen Raums),  KOLAS (Konferenz der Landwirtschaftsämter Schweiz) und FROMARTE (Vereinigung der Schweizer Käsespezialisten).

Arbeitsgemeinschaft Ernährungsverhalten (AGEV)

Arbeitskreis mit regelmässigen Tagungen
www.agev.net

Die Arbeitsgemeinschaft Ernährungsverhalten veranstaltet regelmässig Tagungen, in denen sie sich mit dem Ernährungsverhalten und Esskultur verschiedener Bevölkerungsgruppen sowie den Auswirkungen des Essverhaltens, der Ernährung und des Essens auf Gesundheit, Wohlbefinden und Umwelt befassen. Die aktuelle Tagung im Frühjahr 2012 findet beispielsweise zum Thema «Ernährung im Alter» statt. Obwohl die Tagungen als Zielsetzung die Förderung des interdisziplinären Austauschs von Forschungsergebnissen vorgibt, verfolgt insbesondere der Gründerkreis um Teuteberg und Bodenstedt eher eine anthropologische Perspektive.

Die Arbeitsgemeinschaft fand sich zum ersten Mal 1977 zusammen. Zumindest im deutschsprachigen Raum hat sie aufgrund ihrer Beständigkeit eine wichtige Rolle als Plattform zur Diskussion von Forschungsergebnissen. Zur Kommunikation ihrer Ergebnisse verwendet die Arbeitsgemeinschaft das Medium Tagungsbände und auch andere Fachpublikationen (vgl. die Rubrik Veröffentlichungen). Bei neueren Tagungen stehen zudem auf der Webseite des AGEV zusätzliche Informationen wie die Präsentationen der Beiträge zur Verfügung.

Als Hilfestellung zu Thematik bietet der AGEV die Rubrik Wissenswertes zum Ernährungsverhalten an. Die Texte eignen sich hervorragend für weitere Recherchen und bieten Quellen wie auch Literaturhinweise an.

International Commission for Research into European Food History (ICREFH)

Tagungen einer Arbeitsgemeinschaft
www.vub.ac.be/SGES/ICREFH.html

Das ICREFH bezeichnet sich selbst als eine interdisziplinäre und internationale Gruppen von Forschern, die aus unterschiedlichen Disziplinen wie Geschichte, Ethnologie, Soziologie, Ökonomie, Geographie und Naturwissenschaften zusammenfinden. Thematisch beschäftigt sich die Arbeitsgemeinschaft mit der Geschichte des Essens und der Ernährung in Europa seit dem späten 18. Jahrhundert, insbesondere mit dem Fokus auf die Beziehungen zwischen Esskultur und den Prozessen der Industrialisierung und Urbanisierung. Die Resultate der Tagungen werden jeweils in Tagungsbänden publiziert.

Begründet wurde das ICREFH in Münster im Jahr 1989 auf Initiative von Hans-Jürgen Teuteberg.

Society for the Anthropology of Food and Nutrition (SAFN)

Organisation; Blog, mehrere Beiträge pro Monat
Offizielle Webseite der Gesellschaft
Wikia-Beitrag zur SAFN: anthrotheory.wikia.com/wiki/Society_for_the_Anthropology_of_Food_and_Nutrition

Die Society for the Anthropolgy of Food and Nutrition (SAFN, in Deutsch etwa: Gesellschaft für die Anthropologie von Essen und Ernährung) war früher unter dem Namen Council on Nutritional Anthropology (CNA) bekannt und ist ein Mitglied der American Anthropological Association, der weltweit grössten anthropologischen Organisation, und verfügt deshalb über ein gutes Netzwerk. Gegründet wurde die SAFN bzw. CNA 1974 als Reaktion auf das steigende Interesse zwischen den Gesellschaftswissenschaften und der menschlichen Ernährung. Ziele der SAFN (vgl. auch die Version auf der offiziellen Webseite):

  • Die Unterstützung von Forschung und Austausch von Ideen, Theorien, Methoden und wissenschaftlichen Informationen, welche relevant sind um die sozio-kulturellen und politisch-ökonomischen Einflüsse sowie die Verhaltsenfaktoren im Zusammenhang mit Essen und Ernährung zu verstehen;
  • das Bereitstellen eines Forums für die Kommunikation und Interaktion von Wissenschaftlern und Gesellschaften, welche sich mit dem Thema befassen;
  • die Förderung nützlicher Kollaboration unter Sozial- und Ernährungswissenschaftler auf Fachgebiet- und Programmebene.

Es finden sich diverse Buchrezensionen auf der Webseite, wobei die neueste aus dem Jahr 2008 stammt. Der Blog der SAFN kann als Erweiterung und Ergänzung der Kolumnen im Anthropology Newsletter verstanden werden. Die Texte sind qualitativ und inhaltlich sehr unterschiedlich und variieren von beinahe wissenschaftlichen Beiträgen bis zu persönlichen Stellungsnahme, was auch der Untertitel des Blogs verdeutlicht: «Wisdom from the Society for the Anthropolgy of Food and Nutrition». Der Blog führt offenbar die Rezensionen der SAFN weiter.

Der Vorstand des SAFN besteht mehrheitlich aus Wissenschaftlern. Die ganze Liste findet sich hier.

The Culinary Historians of Boston

Ausseruniversitäre Interessengruppe
www.culinaryhistoriansboston.com

DieCulinary Historians of Boston sind die älteste Arbeitsgemeinschaft zu Esskulturgeschichte in den USA. Sie sind interdisziplinär ausgerichtet und vereinen ein ausserakademisches mit einem akademischen Publikum: «Our members are academics, chefs, writers, food professionals, and hobby cooks, as well as students of cuisine, women’s studies, history (ancient, medieval, and modern), agriculture, and politics.»

Die Culinary Historians of Boston veranstalten monatlich einen öffentlichen Vortragsabend, eine jährliche Tagung  (das «Annual Banquet») und gestalten einen exklusiven Newsletter für ihre Mitglieder. Die Vereinigung existiert seit den frühen 1980er Jahren.