Università degli Studi di Scienze Gastronomiche (Pollenzo und Colorno)

Universität
www.unisg.it

In Zusammenarbeit mit den Regionen Piemont und Emiglia-Romagna initiierte der Verein Slow Food im Jahr 2003 die erste Universität für gastronomische Wissenschaften in Pollenzo und Colorno. Die Ziele dieser Bildungsinstitution sind eng verknüpft mit der ernährungskulturellen Visionen von Slow Food: Die Università degli Studi di Scienze Gastronomiche soll ein internationales Forschungs- und Ausbildungszentrum sein für alldiejenigen, die sich für eine «neue Landwirtschaft» engagieren, die für den «Erhalt der biologischen Vielfalt und für ein organisches Verhältnis von Gastronomie und Agrarwissenschaften» einstehen.

Das Studium besteht aus theoretischen und praktischen Teilen und ist äusserst interdisziplinär ausgerichtet. Die Lehrstühle reichen von Geschichte, Geographie, Ethnologie, Soziologie und Ökonomie über Ästhetik, Semiotik und Food Communication, Food Ethics, Plant Production und Food-Service Systems bis hin zu Molekularwissenschaften, Ethnobotanik und Chemie. Zudem wird wert gelegt auf die Zusammenarbeit mit Slow Food Mitgliedern rund um den Globus, Verkostungen und Praktika bei lokalen Produzenten.

Es wird ein dreijähriger Studiengang in «Gastronomic Sciences», sowie ein zweijähriger Studiengang in «Gastronomy and Food Communications» angeboten. Zudem können zwei Masterprogramme absolviert werden: Ein «Master in Food Culture and Food Communications» und ein «Master in Italian Gastronomy and Tourism». Ausserdem werden Nachdiplomkurse angeboten und vertiefende Summer Schools durchgeführt.

Die Zahl der Studienplätze ist allerdings begrenzt. So werden beispielsweise für den Diplomstudiengang jährlich nur 60 Studenten aufgenommen. Da die Anmeldungen die Studienplätze um ein Vielfaches übersteigen, ist eine Aufnahmeprüfung obligatorisch. Die Studiengebühren betragen stattliche 19’000 Euro pro Jahr. Darin enthalten sind aber auch Wohnen und Essen, Verkostungen, Exkursionen und Studienreisen in in die ganze Welt.

Unter dem Label «The new Gastronomes» unterhalten die Masterstudenten der Università degli Studi di Scienze Gastronomiche einen eigenen Blog und einen (unregelmässig erscheinenden) Newsletter:  www.ergolabcom-unisg.it/blog

Zentrum für Gastrosophie

Universitäres Institut
www.gastrosophie.at

Das Zentrum für Gastrosophie versteht Gastrosophie «als Zusammenwirken und fundiertes Nach- und Zusammen-Denken aller natur- wie geisteswissenschaftlichen Fächer und Disziplinen, die sich auf Ernährung beziehen und damit beschäftigen.»

Gegründet wurde das Zentrum für Gastrosophie  im September 2008 an der Paris-Lodron-Universität Salzburg. Als wissenschaftlicher Zweck wird die interdisziplinären (Grundlagen-)Forschung und Lehre zu Ernährung – Kultur – Gesellschaft angegeben. Als Grundlagenforschung versteht sie beispielsweise die Transkription von mittelalterlichen Kochbüchern; an der Universität Salzburg wird der pastgraduale Universitätslehrgang Gastrosophische Wissenschaften angeboten. Das Zentrum für Gastrosophie möchte auch eine Brücke zwischen Theorie und Praxis schlagen, einen Wissenstransfer innerhalb der Wissenschaften, aber auch darüber hinaus in die Öffentlichkeit ermöglichen.

Das Zentrum wird von einem Förderverein unterstützt, dem private Unternehmen aus dem Ernährungsbereich angehören. Das Zentrum für Gastrosophie ist bestens international vernetzt. Es werden einerseits Kontakte zu anderen wissenschaftlichen Instituten und Arbeitskreisen wie mit dem IEHCA oder ICREF, aber auch mit ausseruniversitären Bewegungen wie mit Slow Food Austria gepflegt.

Das Zentrum für Gastropsophie bietet auf der Webseite gemäss eigenen Aussagen die «größte aktuelle Literaturdatenbank zu kulinarisch-gastrosophischen Themen» an. Für erste Recherchen scheint die Datenbank durchaus brauchbar zu sein.

FOST – Social & Cultural Food Studies an der Vrije Universiteit Brussel

Universitäres Institut, Studiengang
www.vub.ac.be/FOST

Seit den 1970er Jahren setzte die Geschichtsfakultät der Vrije Universiteit Brussel einen starken Fokus auf den Bereich der Ess- und Ernährungsgeschichte. Mit dem Bedeutungswachstum der Food Studies wurde 2003 mit FOST eine eigene (und methodisch vielfältigere) Abteilung für Social and Cultural Food Studies gegründet. Ab dem akademischen Jahr 2011/2011 bietet FOST die Möglichkeit einen spezialisierten Master-Studiengang in Food History and Culture (PDF) an.

Das Institut arbeitet eng zusammen mit dem Vlaams Centrum voor Volkscultuur, dem Institut Européen d’histoire et des cultures de l’alimentation und dem belgischen Institut National de Recherche Agronomique.

Auf der Webseite des Instituts findet sich eine ausführliche und thematisch gegliederte Link-Liste.

Institut Européen d’histoire et des cultures de l’alimentation (IEHCA)

Universitäres Institut
www.iehca.eu

Das Institut Européen d’histoire et des cultures de l’alimentation (IEHCA) (European Institute for food culture and history) gibt das Magazins Food & History  sowie Les Cahiers de la gastronomie heraus und arbeitet zusammen mit anderen Instituten auch an der Zeitschrift Tables des Hommes.

Das Hauptanliegen des IEHCA ist die Anerkennung der Ernährung als wichtiges Element von Kultur und Gesellschaft. (Als Teil dieses Bestrebens setzte sich das IEHCA zum Beispiel das Ziel, die Französische Küche zum UNESCO Welterbe zuerklären.)
Ein anderer Schwerpunkt liegt in der Erforschung des Zusammenhangs von Ernährung und Heimat. (So wird beispielsweise eigens ein Studiengang namens Fromage et Patrimoine angeboten.) Die IEHCA will sich als weltweit anerkannte Ausbildungsstätte im Bereich der Ernährungskulturforschung etablieren, sowie die Erforschung dieses Bereiches national und international vorantreiben und institutionell im Bildungswesen verankern.

Die Universität Tours arbeitet eng mit dem IEHCA zusammen (Tours ist auch an der Zeitschrift «Tables des Hommes» beteiligt). Finanziert wird das Institut durch eine eigene Stiftung «La fondation pour l’IEHCA» im Rahmen des Institut de France. Unter der Rubrik Réseau kann in der Datenbank des IEHCA nach Forschern, Schlüsselwörtern oder Studienfächern gesucht werden.

Zusammen mit der Villa i Tatti in Florenz (einem Teil des The Harvard University Center for Italian Renaissance Studies), mit der Unterstützung der Fondation Mellon und der Bibliothèque nationale de France stellt das IEHCA eine umfassende online-Bibliographie rund um das Thema Ess- und Ernährungsgeschichte zusammen. Einsehbar unter: www.foodbibliography.eu

Oxford Gastronomica

Universitäres Institut mit Masterprogramm
oxfordgastronomica.brookes.ac.uk

Oxford Gastronomica ist ein Institut der University of Oxford, Brookes University. Geforscht wird im Beziehungdreieck von Food, Drink und Culture. Zusammen mit der Burgundy School of Business in Dijon organisiert Oxford Gastronomica ein Masterprogramm in «Food, Wine and Culture», welches sich auf die kulturellen, ökonomischen und politischen Einflüsse der Konsumation von Essen und Wein bezieht. In das Ausbildungsprogramm werden neben Wissenschaftlern auch Schriftsteller, Köche und Weinbauern einbezogen.