3. Speisen als Teil religiöser Symbolsysteme: Religiöse Nahrungstabus, Riten und Mythen

Esskulturen werden wesentlich durch religiöse Symbolsysteme mitgeprägt. Religiöse Gebote bestimmen darüber, was als gut und böse, als rein und unrein gilt. Daraus leiten sich Esstabus, Konsumvorschriften und spezifische Zubereitungsprozeduren ab. Als kommunikatives Element spielen bestimmte Getränke und Nahrungsmittel auch eine bedeutende Rolle in rituellen Inszenierungen und in der religiösen Erinnerungskultur. In einem ersten Teil werden grundlegende methodische Texte zum Verhältnis Religion und Esskultur studiert. Daraus gewonnene Erkenntnisse werden in einem zweiten Teil am Beispiel der Anthropophagie untersucht.

Arens, William: The man-eating myth. Anthropology & anthropophagy, Oxford 1979.
Banerji, Chitrita: Feeding the gods, memories of food and culture in Bengal, London 2006.
Douglas, Mary: Reinheit und Gefährdung. Eine Studie zu Vorstellungen von Verunreinigung und Tabu, Frankfurt [a. M.] 1988 (erstmals London 1966).
Douglas, Mary: Deciphering a Meal, in: Daedalus. Journal of the American Academy of Arts and Sciences 101, 1972, S. 61-81.
Feeley-Harnik, Gillian: Religion and Food: An Anthropological Perspective, in: Journal of the American Academy of Religion 63/3, 1995, S. 565-582.
Menninger, Annerose: Die Macht der Augenzeugen. Neue Welt und Kannibalen-Mythos 1492-1600, Stuttgart 1995.
Schmidt-Leukel, Perry (Hg.): Die Religionen und das Essen, Kreuzlingen 2000.
Visser, Margaret: Mahlzeit! Von den Erfindungen und Mythen, Verlockungen und Obsessionen, Geheimnissen und Tabus, die mit einem ganz gewöhnlichen Abendessen auf unseren Tisch kommen, Frankfurt [a. M.] 1998.
Wagener, Nadine: Essen: Rituale und Inszenierungen, Göttingen 2004.