4. «Der Mensch ist wie er isst»: Machtdiskurse und soziale Repräsentation

Betrachtet man Mahlzeiten als Kommunikationsträger, so ist es naheliegend nach den Funktionsweisen von Repräsentation, Integration und Exklusion zu fragen. Anhand von Norbert Elias «Prozess der Zivilisation» soll untersucht werden, wie soziale Positionen und Machtdiskurse im Verlauf der Geschichte durch Esskultur etabliert und definiert, verbreitet und verändert wurden. Manierbücher, die über das «Vorrücken der Schamschwellen» (Elias) berichten und die Veränderung der Tischsitten von der mittelalterlichen courtoisie über die höfische civilité bis hin zur neuzeitlichen civilisation stehen dabei im Zentrum der Diskussion.

Andressen, Michael: Barocke Tafelfreuden – An Europas Höfen. Stuttgart, Zürich 1996.
Belliger, Andréa / Krieger, David: Repräsentation und Selbst-Referenz oder Man ist, was man is(s)t, in: Lothar Kolmer / Christian Rohr (Hg.): Mahl und Repräsentation. Der Kult ums Essen, Paderborn 2000, S. 63-76.
Elias, Norbert: Über den Prozess des Zivilisation. Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen. 1.Band: Wandlungen in den weltlichen Oberschichten des Abendlandes, Amsterdam 1997.
Gebhardt, Winfried: Fest, Feier und Alltag. Über die gesellschaftliche Wirklichkeit des Menschen und ihre Deutung, Frankfurt u.a. 1987.
Kolmer, Lothar: Ein Glas für Sieben – Sieben Gläser für Einen. Repräsentation per Distanz oder Form follows consumption, in: Lothar Kolmer / Christian Rohr (Hg.): Mahl und Repräsentation. Der Kult ums Essen, Paderborn 2000, S. 99-111.
Mennell, Stephen: All Manners of Food. Eating and Taste in England and France from the Middle Ages to the Present, Oxford 1985.
Zischka, Ulrike / Ottomeyer, Hans / Bäumler, Susanne (Hg.): Die anständige Lust – Von Esskultur und Tafelsitten, München 1993.