7. «Nationalspeisen» und «regionale Esskultur»: Essen und Trinken als identitätsstiftendes Moment, als Mittel der sozialen Ausgrenzung und als ökonomisches Marketinginstrument

Essen und Trinken wird oftmals als Teil einer regionalen oder nationalen kulturellen Identität postuliert. Dementsprechend wird ihm sowohl eine integrierende als auch eine exkludiernde Funktion zuteil. Alterität wird im regionalen als auch im nationalen Kontext unter anderem durch die Beschreibung der andersartigen Essgewohnheiten konstruiert. Mit der zunehmenden Vernetzung und Globalisierung der Welt wächst der Wunsch nach lokaler und regionaler Eigenheit. Organisationen und Labels wie Pro Specie Rara, Slow Food, AOC-IGP und das Inventar Kulinarisches Erbe der Schweiz zeigen, wie diese Entwicklung durchaus auch als ökonomisches Marketinginstrument genutzt werden kann.

Andrews, Geoff: The Slow Food Story. Politics and Pleasure, Ithaca 2008.
Petrini, Carlo: Slow Food. Geniessen mit Verstand, Zürich 2003.
Tanner, Jakob: «Der Mensch ist, was er isst». Ernährungsmythen und Wandel der Esskultur, in: Historische Anthropologie 4, 1996, S. 399-419.
Tanner, Jakob: Italienische «Makkaroni-Esser» in der Schweiz. Migration von Arbeitskräften und kulinarische Traditionen, in: Hans Jürgen Teuteberg / Gerhard Neumann / Alois Wierlacher (Hg.): Essen und kulturelle Identität. Europäische Perspektiven, Berlin 1997, S. 473-497.
Teuteberg, Hans Jürgen / Neumann, Gerhard / Wierlacher, Alois (Hg.): Essen und kulturelle Identität. Europäische Perspektiven, Berlin 1997.